"Gesundheit und Verbraucherschutz"

Veröffentlicht am 05.11.2012 in Bundespolitik

(Foto DPA)

SPD will Dispo-Zinsen begrenzen

Dürfen Banken hohe Dispo-Zinsen für das Überziehen eines Kontos verlangen? Nein, meinen Verbraucherschützer und SPD, denn Banken können selbst günstig Geld leihen. Die SPD will per Gesetz gegen überzogene Bankgebühren vorgehen und darüber hinaus für mehr Verbraucherschutz sorgen.

Dispo-Zinsen bei Kontoüberziehung müssten auf maximal acht Prozent begrenzt werden, sagte die SPD-Verbraucherschutzexpertin Kerstin Tack am Sonntag der Nachrichtenagentur DPA. Zudem wollen die Sorzialdemokraten die Kosten für die Abhebung an Automaten auf zwei Euro deckeln. Es sei nicht länger hinnehmbar, dass die Kreditinstitute von den Kunden überhöhte oder oft auch versteckte Gebühren kassierten, so Tack.

Girokonto für alle ermöglichen

Ein weiterer Kritikpunkt der SPD. Das "Girokonto für alle" liegt noch immer in weiter Ferne. Banken verweigerten Huntertausenden ein eigenes Girokonto, beklagte Tacke. Damit werde eine ausdrückliche Empfehlung der Kreditwirtschaft unterlaufen, für jeden Interessenten ein Konto mit Guthaben einzurichten. Deutschland müsse dabei endlich mit vielen anderen europäischen Ländern gleichziehen, die eine solche Regelung bereits hätten. Denn: Wer nur auf die Verwendung von Bargeld angewiesen ist, könne nur schwer eine Wohnung oder einen Arbeitsplatz finden.

Verbraucherinteressen stärken - Marktwächter einführen

Brauchen wir den marktkonformen Verbraucher oder den verbraucherkonformen Markt? Diese Frage ist aktueller denn je. 99 Prozent Verbrauchern auf der Nachfrageseite stehen rund ein Prozent Anbieter gegenüber.
Die SPD will die Marktmacht der Verbraucher vor allem bei Finanzdienstleistungen, Energie, Gesundheit und in der digitalen Welt stärken. Dazu sollen die Verbraucherorganisationen als sogenannte Marktwächter "unlautere Praktiken aufspüren. Hinweise systematisch erfassen und Missstände an die Aufsicht weitergeben", so Tack.

Finanziert werden sollen die bei den Verbraucherzentralen angesiedelten Wächter aus Bußgeldern und Kartellstrafen. "Die Verbraucher müssen gegenüber den Unternehmen auf Augenhöhe agieren können. Deshalb muss die Macht der Verbraucher gestärkt werden", betonte die SPD-Politikerin.

Mit dem Antrag zum Finanzmarktwächter habe die SPD-Fraktion bereits ein "schlüssiges Konzept für den Finanzmarkt" vorgelegt. Das nun vorgestellte Marktwächterkonzept sei die Antwort der SPD-Bundestagsfraktion "für unsere Vorstellung eines verbraucherkonformen Marktes", sagte Tack.
(mit dpa)

 

 

 

 

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